Vernetzt – Lebensräumlich – Mobil

Das Projekt

Ausgangslage und Handlungsbedarf

Der demografische Wandel und die sich verändernden Anforderungen an pflegerische Versorgung und Unterstützung stellen Kommunen vor wachsende Planungs- und Steuerungsaufgaben. Dabei unterscheiden sich sowohl die Bedarfe der Bevölkerung als auch die vorhandenen Versorgungsangebote innerhalb und zwischen den Städten.

Eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur setzt voraus, diese Unterschiede systematisch zu erfassen und bei kommunalen Planungsentscheidungen zu berücksichtigen.

Bislang stehen dafür nicht überall ausreichend differenzierte und kontinuierlich verfügbare Daten zur Verfügung. Zudem erfordert die Gestaltung pflegerischer und pflegepräventiver Versorgungsstrukturen eine stärkere Zusammenarbeit unterschiedlicher Verwaltungsbereiche und externer Akteure.

Eine ältere Hand liegt in der Hand einer jüngeren Person auf einem Holztisch.

Hier setzt MUvIS an

Das Modellvorhaben verbindet den Aufbau gemeinsamer Datengrundlagen mit der Weiterentwicklung integrierter kommunaler Planungsprozesse und der praktischen Erprobung lebensräumlich orientierter Unterstützungsmaßnahmen.

Ziele und Handlungsfelder

MUvIS verfolgt vier miteinander verbundene Ziele:

Datenbasierte Planungsgrundlagen entwickeln

Ein gemeinsamer Kennzahlenkatalog und ein interkommunal vergleichbares Monitoringsystem sollen eine differenzierte Analyse pflegerischer und pflegepräventiver Versorgungsstrukturen ermöglichen.

Integrierte Planung und Steuerung stärken

Kommunale Fachplanungen, Verwaltungsbereiche und relevante Akteure des Pflege- und Unterstützungssystems sollen stärker miteinander vernetzt werden. Ziel ist die Entwicklung abgestimmter Planungs- und Steuerungsansätze im Handlungsfeld Gesundheit und Pflege.

Zugang zu Pflege und Unterstützung verbessern

Mit kommunalspezifischen Modellmaßnahmen werden neue Wege erprobt, um Zugangsbarrieren abzubauen und Unterstützungsangebote stärker an den Lebensräumen und Bedarfen der Menschen auszurichten.

Erkenntnisse und Instrumente übertragbar machen

Die entwickelten Planungsinstrumente, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen sollen hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit und Übertragbarkeit untersucht und für weitere Kommunen nutzbar gemacht werden.

Integrierte Sozialplanung und kommunale Pflegestrukturplanung

Pflegeinfrastrukturplanung ist eine fachübergreifende kommunale Aufgabe. Sie berücksichtigt neben der pflegerischen Versorgung auch soziale, gesundheitliche und räumliche Rahmenbedingungen, die Einfluss auf Unterstützungsbedarfe und Teilhabemöglichkeiten haben.

Als Bestandteil integrierter Sozialplanung verknüpft sie quantitative Daten mit fachlichen Einschätzungen und den Perspektiven relevanter Akteure. Dadurch können bestehende Angebote, zukünftige Bedarfe und kommunale Handlungsmöglichkeiten im Zusammenhang betrachtet werden.

MUvIS unterstützt die beteiligten Städte dabei, hierfür geeignete Datengrundlagen, Planungsinstrumente und Kooperationsstrukturen aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Ziel ist eine vorausschauende, sozialräumlich differenzierte und fachlich abgestimmte kommunale Planung im Handlungsfeld Gesundheit und Pflege.

Monitoring und wissenschaftliche Begleitung

Die Entwicklung belastbarer Planungsgrundlagen und die wissenschaftliche Bewertung der Modellmaßnahmen bilden zwei zentrale Bestandteile von MUvIS.

Während das Monitoring eine gemeinsame Datenbasis für die kommunale Pflegestrukturplanung schafft, untersucht die wissenschaftliche Begleitung die Umsetzung, Wirksamkeit und Übertragbarkeit der entwickelten Ansätze.

Ein Bildschirm in einem hellen Büro zeigt Diagramme und Kennzahlen.

Monitoring und Kennzahlenkatalog

Gemeinsame Datengrundlagen für kommunale Planungsentscheidungen

Im Rahmen von MUvIS wird ein interkommunal abgestimmtes Monitoringsystem zur Analyse der pflegerischen und pflegepräventiven Versorgung entwickelt.

Grundlage bildet ein gemeinsamer Kennzahlenkatalog, der geeignete Indikatoren zu Bevölkerungsentwicklung, Pflegebedürftigkeit, Versorgungsangeboten und weiteren relevanten Lebensbedingungen zusammenführt.

Das Monitoring soll kleinräumige Analysen ermöglichen, Unterschiede zwischen kommunalen Teilräumen sichtbar machen und eine vergleichbare Betrachtung der Versorgungssituation in den drei Städten unterstützen.

Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen den Verbundkommunen und dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG), das den Aufbau des Monitoringsystems methodisch begleitet.

Ziel ist ein fachlich fundiertes und in der kommunalen Planungspraxis anwendbares Instrument, das auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt und auf weitere Kommunen übertragen werden kann.

Ein Fachmann erläutert einer Arbeitsgruppe Notizen an einem Whiteboard.

Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation

Projektumsetzung untersuchen und Erkenntnisse für die Praxis gewinnen

Die wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens erfolgt durch die Universitätsmedizin Halle.

Sie untersucht die Umsetzung des Verbundvorhabens und der kommunalspezifischen Maßnahmen anhand wissenschaftlicher Methoden. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Fragen der Wirksamkeit, Qualität, Praktikabilität und Übertragbarkeit.

Dabei werden sowohl die Erfahrungen der beteiligten Akteure als auch die Rahmenbedingungen der kommunalen Umsetzung berücksichtigt.

Die Evaluation verbindet prozessbegleitende Untersuchungen mit einer abschließenden Bewertung der Projektergebnisse. Sie trägt dazu bei, Entwicklungspotenziale frühzeitig zu erkennen, die Umsetzung fachlich zu reflektieren und fundierte Empfehlungen für die weitere Anwendung zu erarbeiten.

Die wissenschaftliche Begleitung ist Bestandteil des gesetzlichen Rahmens der Modellvorhaben nach § 123 SGB XI. Die Anforderungen an ihre wissenschaftliche Begleitung und Auswertung ergeben sich insbesondere aus § 124 SGB XI.

Wissenstransfer und Übertragbarkeit

MUvIS ist darauf ausgerichtet, über die beteiligten Modellkommunen hinaus Impulse für die kommunale Pflegestrukturplanung zu geben.

Dazu werden die entwickelten Instrumente und Maßnahmen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit, erforderlicher Rahmenbedingungen und Möglichkeiten einer dauerhaften Verankerung untersucht.

Der Wissenstransfer erfolgt im Austausch zwischen den Verbundkommunen, dem Land Sachsen-Anhalt, der Wissenschaft sowie weiteren Akteuren des Pflege- und Unterstützungssystems.

Fachveranstaltungen, Verbundkonferenzen und die Bereitstellung geeigneter Projektergebnisse sollen dazu beitragen, die gewonnenen Erkenntnisse für andere Kommunen und die fachliche Praxis nutzbar zu machen.

Projektstruktur und Zusammenarbeit

MUvIS ist ein gemeinsames Modellvorhaben der drei kreisfreien Städte Halle (Saale), Magdeburg und Dessau-Roßlau. Die Verbundkoordination liegt bei der Stadt Halle (Saale).

Die Zusammenarbeit erfolgt auf strategischer und operativer Ebene. Eine interkommunale Steuerungsgruppe begleitet die gemeinsame Ausrichtung des Vorhabens. Das Kompetenzteam Integrierte Sozialplanung unterstützt den fachlichen Austausch und die Abstimmung der kommunalen Planungsprozesse.

Ergänzend werden Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Pflege- und Unterstützungssystem sowie weiteren relevanten Netzwerken einbezogen.

Das gemeinsame Monitoring und die wissenschaftliche Begleitung bilden verbundübergreifende Schwerpunkte. Die kommunalen Teilprojekte PePaMo und LUMINA ergänzen diese durch die praktische Erprobung spezifischer Unterstützungsansätze.

Die drei Ansprechpartnerinnen der Verbundkommunen stehen nebeneinander vor einem hellblauen Hintergrund.
Projektstruktur und Zusammenarbeit
Interkommunale Steuerungsgruppebegleitet die gemeinsame Ausrichtung des Vorhabens
VerbundkoordinationStadt Halle (Saale)
Kompetenzteam Integrierte Sozialplanungunterstützt den fachlichen Austausch und die Abstimmung der kommunalen Planungsprozesse
Halle (Saale)Verbundkoordination und kommunale Modellmaßnahmen
MagdeburgKommunale Planung und interkommunaler Wissenstransfer
Dessau-RoßlauIntegrierte Sozialraumplanung und lebensräumliche Unterstützung
Monitoring und KennzahlenkatalogInstitut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG)
Wissenschaftliche Begleitung und EvaluationUniversitätsmedizin Halle

Das gemeinsame Monitoring und die wissenschaftliche Begleitung bilden verbundübergreifende Schwerpunkte.

Rechtsgrundlage, Förderung und Laufzeit

MUvIS ist eines der vom Land Sachsen-Anhalt für den Zeitraum 2026 bis 2028 ausgewählten gemeinsamen Modellvorhaben für Unterstützungsmaßnahmen und -strukturen vor Ort und im Quartier nach § 123 Abs. 3 SGB XI.

Mit diesen Modellvorhaben sollen innovative Ansätze zur Weiterentwicklung regionaler Pflege- und Unterstützungsstrukturen erprobt werden. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Verbesserung des Zugangs zu bedarfsgerechten Angeboten am Lebensort pflegebedürftiger Menschen und in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld.

MUvIS setzt hierzu einen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung integrierter kommunaler Pflegestrukturplanung, den Aufbau eines interkommunal vergleichbaren Monitorings sowie die Erprobung lebensräumlich orientierter Unterstützungsmaßnahmen.

Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch das Land Sachsen-Anhalt und die Pflegekassen.

Projektlaufzeit

1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2028

Verbundkoordination

Stadt Halle (Saale)

Verbundpartner

Landeshauptstadt Magdeburg und Stadt Dessau-Roßlau
Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Kontakt

Nachricht an Dessau-Roßlau

Ihre Nachricht wird direkt an die zuständige Ansprechpartnerin der Stadt Dessau-Roßlau weitergeleitet.

* Pflichtfelder Datenschutzerklärung

Kontakt

Nachricht an Magdeburg

Ihre Nachricht wird direkt an die zuständige Ansprechpartnerin der Landeshauptstadt Magdeburg weitergeleitet.

* Pflichtfelder Datenschutzerklärung

Kontakt

Nachricht an Halle (Saale)

Ihre Nachricht wird direkt an die zuständige Ansprechpartnerin der Stadt Halle (Saale) weitergeleitet.

* Pflichtfelder Datenschutzerklärung